Die sichere Basis

Mit dem Girokonto bezahlen

Der Markt der digitalen Bezahlverfahren ist ein rasant wachsendes, hart umkämpftes Feld. Ob online, mobil oder direkt an der Ladenkasse – die Sparkassen müssen sich bei den unterschiedlichen Bezahlverfahren gegen immer mehr Wettbewerber durchsetzen. Die Voraussetzungen sind gut, denn bereits heute können die Kunden der Sparkassen verschiedene moderne Bezahlverfahren nutzen.

Die Schlange beim Bäcker ist wie jeden Morgen zu lang. Ich bin Letzter und spät dran. Vorne am Tresen sucht ein Kunde gerade seelenruhig und klönend nach einer 5 Cent Münze. Also kein Frühstück. Schnell in den Zug und den Platz gesucht. In der Mittagspause kurz online das Geburtstagsgeschenk für die Freundin bestellen. Bezahlen klappt nicht. Zu Hause wartet die letzte Rechnung der Stadtverwaltung für die Abwassergebühr. Bei der Eingabe der IBAN viermal vertippt. Ein ganz normaler Tag.

In einem stark beschleunigten Umfeld verändern sich auch alltägliche Dinge wie das Bezahlen. Ob im Handel, im Netz oder per Rechnung, die Kunden der Sparkasse erwarten an ihre jeweiligen Lebenssituationen angepasste Lösungen. Der Anspruch, den sie dabei an die digitalen Bezahlverfahren stellen, ist klar formuliert. Einfach sollen sie sein. Schnell und sicher. Im stark umkämpften Wettbewerb um die Kundenströme kann nur bestehen, wer die wachsende Vielfalt der Möglichkeiten auf eine starke Basis stellt. Für die Sparkassen ist diese Basis das Girokonto. Es ist Dreh und Angelpunkt für alle Zahlungsmöglichkeiten.

Bäcker freuen sich drauf: girogo macht Kleingeld überflüssig.


Die Gemeinde Zeven liegt in der Mitte des Städtedreiecks Bremerhaven, Bremen und Hamburg. Ein typisch norddeutsches Backsteindorf mit einer lebendigen, mittelständischen Wirtschaftsstruktur. An diesem heißen Juliabend sind viele Unternehmer in die Halle des Ringhotels Paulsen gekommen. Sie interessieren sich für die Frage, ob sich der Einstieg in das Bezahlverfahren girogo für ihr Unternehmen lohnt. Eingeladen hat die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde.

In Paulsens Hotel zahlen die Kunden überwiegend bargeldlos. Kredit- und EC-Karte sind die gängigsten Zahlungsmethoden. Ralph Paulsen begrüßt diese Entwicklung. Es geht schneller, es ist einfacher und es ist sicher. Die Zeit, in der viel Bargeld im Haus sein muss, ist vorbei. „Jetzt ist es ja noch so, dass wir dreimal die Woche zur Bank gehen und das Geld wegbringen. Darauf würden wir gern verzichten“, sagt Paulsen.

Girogo ist die Grundlage für die Bezahlverfahren der Zukunft. Es funktioniert über den weltweit führenden Standard für Kontaktlos-Zahlungen, die sogenannte „Near Field Communication“, kurz „NFC“. Der Kunde hält bei seinem Bezahlvorgang an der Kasse seine SparkassenCard direkt an das Bezahlterminal. Über Funk werden, ohne Unterschrift oder die Eingabe einer PIN, kleine Beträge bis maximal 20 Euro schnell und sicher übertragen. Eine automatische Ladefunktion ermöglicht es, die Karte über das Girokonto aufzuladen, wenn das Guthaben ausgegeben ist.

Girogo führt beim Händler zu einem deutlich schnelleren Kassiervorgang. Kunden haben weniger Kleingeld im Portemonnaie. Fazit: Die Schlange im Einkaufsmarkt wird kürzer. Bis Ende 2015 haben 45 Millionen SparkassenCards eine NFC-Schnittstelle und in Deutschland gibt es bereits über 23.000 Terminals, an denen die Kunden mit girogo bezahlen können. Die Vorteile liegen auf der Hand, sind im Handel jedoch noch nicht überall präsent. „Gerade Händler, die sehr viel mit Kleingeld zu tun haben – wie Bäckereien oder Kioske, sind sehr aufgeschlossen“, weiß Hartmut Detjen. Der Kundenbetreuer der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde hat seine Geschäftskunden zur Messe eingeladen. Besonders interessiert sind seine Gäste an der Technik: „Viele erkundigen sich, wie das Verfahren funktioniert, wie das Geld auf die Karte kommt und ob das Verfahren sicher ist.“ Stefan Lödding kennt die Antworten. Er ist Vertriebs-Consultant der S-Card Service GmbH und erklärt den Händlern Prinzip und Funktion von girogo. Für ihn ist das Verfahren vor allem ein Schritt in Richtung mobile Zukunft, denn auch in Smartphones ist die NFC-Technologie bereits Standard.

Für den Kunden stellen sich natürlich Fragen: Kein Pin? Keine Unterschrift? Ist girogo dann sicher? Lässt sich meine Karte nicht auch aus der Ferne auslesen? Nein. Da girogo wirklich nur im Bereich weniger Zentimeter funktioniert, sind diese Bedenken unbegründet.

Mit giropay auf der sicheren Seite.

Im Onlinehandel stehen die Kunden vor einer Vielzahl verschiedenster Bezahlverfahren von unterschiedlichen Anbietern. Der Markt ist unübersichtlich. Für sie ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten und das für sie beste Verfahren auszuwählen.

Bezahlen im Netz

Anteil der Zahlungsarten am Online-Umsatz in Prozent

11,5 Sonstige 4 Sofort Überweisungen 6,7 Lastschriften 8,2 Vorkasse 9,8 Kreditkarte 25 Pay Pal 34,7 Rechnung

Quelle: EHI Retail Institute

2006 haben die Sparkassen giropay entwickelt. Das Bezahlverfahren ist ganz nach den Wünschen der Kunden konzipiert: einfach, schnell und sicher. Für Händler bedeutet das 100 Prozent Zahlungssicherheit und einen schnellen Geldeingang. Er kann seine Waren sofort verschicken. Allerdings werben damit auch andere Anbieter im Wettbewerb. Das beste Argument für giropay: Die Sparkassen haben die meisten Kunden. Mit der Einbindung von giropay erreicht der Händler auf einen Schlag rund 35 Millionen Girokonten in Deutschland.

Der Mehrwert für den Sparkassenkunden? Drückt der Kunde beim Bezahlen im Onlineshop auf den giropay-Button, wird er direkt zum sicheren Onlinebanking seiner Sparkasse weitergeleitet. Die Sparkasse garantiert, dass kein Dritter Einblick in die persönlichen Konto- und Umsatzinformationen bekommt. Der Datenverkehr fließt ausschließlich über deutsche Server und nimmt keine Umwege durch die Welt.

Mit Sicherheit punkten

Wodurch können sich Banken aus Ihrer Sicht in fünf Jahren noch von Non-/Near-Banks differenzieren?


Quelle: IM-Trendstudie 2015

Das gewaltige Kundenvolumen, kombiniert mit dem hohen Standard in der Datensicherheit, schafft beste Voraussetzungen für den Erfolg von giropay. Trotzdem gehört giropay längst nicht in allen Onlineshops zu den Standard-Bezahlverfahren. Die Deutsche Kreditwirtschaft entwickelt daher derzeit Paydirekt, das noch 2015 an den Start gehen soll und auf dieselben hohen Standards in Puncto Datensicherheit setzt wie giropay. „Wir sind überzeugt, dass wir bei der Datensicherheit punkten können. Auch das gemeinsame Verfahren der Deutschen Kreditwirtschaft, Paydirekt, wird vor diesem Hintergrund seinen Weg finden und damit den Wettbewerb der Zukunft gewinnen", so Günter Distelrath, Verbandsgeschäftsführer des Sparkassenverbandes Niedersachsen.

Weniger Fehler dank GiroCode


Mehr als ein Drittel aller Kunden zahlen ihren Einkauf im Internet per Rechnung. Durch die Umstellung auf die europaweit vereinheitlichten Kontonummern ist die Arbeit mit den Rechnungen deutlich komplizierter geworden. Die IBAN ist sehr lang und nicht einfach zu merken. Zudem ist das Übertragen der 22-stelligen IBAN Nummer in einen Überweisungsträger sehr fehleranfällig. Das kostet sowohl Kunden als auch Rechnungssteller Zeit und Nerven.

Auch bei den niedersächsischen Kommunen sorgt das mitunter für Mehrarbeit: fehlerhafte Datenträger recherchieren, Korrekturen vornehmen und Zahlungen neu einfordern. Ob Knöllchen, Gebührenbescheid oder Rechnung – GiroCode vereinfacht den Bezahlvorgang für beide Seiten. Mit wenigen Mausklicks generiert der Rechnungssteller einen QR-Code, auf dem alle relevanten Zahlungsinformationen hinterlegt sind und druckt diesen auf die Rechnung. Der Kunde fotografiert ihn mit dem Smartphone ab und wird über den QR-Code-Leser seiner Sparkassen-App direkt zu seinem Girokonto geleitet. Jetzt kann er die Überweisung mit einer TAN freigeben. GiroCode macht das Bezahlen der Rechnungen viel einfacher und schneller und rundet das Angebot der digitalen Bezahlverfahren der Sparkassen ab.

„Bei allen Verfahren, ob girogo, giropay oder GiroCode, ob online oder mobil, ob kontaktlos, mit der SparkassenCard oder mit der PIN: Dreh- und Angelpunkt ist das Girokonto“, sagt Günter Distelrath, Verbandsgeschäftsführer des Sparkassenverbandes Niedersachsen.

Wenn ein Sparkassenkunde morgens beim Bäcker seine Brötchen holt, zahlt er bargeld- und kontaktlos mit girogo. Wenn er in der Mittagspause das Geburtstagsgeschenk über das Handy bestellen möchte, nutzt er die sichere Welt des giropay, abends scannt er die Rechnung der Stadtverwaltung mit GiroCode.

Die Sparkassen bieten ihren Kunden ein in sich geschlossenes System rund um ihr Girokonto. Finanzgeschäfte werden zunehmend einfacher, schneller und sicherer. Davon profitiert auch der Handel. Über die verschiedenen Bezahlverfahren bekommt er Zugang zum enormen Kundenvolumen der Sparkassen. Und auch die Kommunen profitieren. Sie können den Bürgern für ihren Zahlungsverkehr eigene Serviceleistungen anbieten.