Was Menschen bewegen, bewegt uns

Sparkassen fördern ehrenamtliches Engagement

Ohne ehrenamtliches Engagement funktioniert keine Gesellschaft. In Niedersachsen engagieren sich über 2,5 Millionen Menschen in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl. Sie löschen Brände, trainieren Jugendliche, pflegen alte Menschen oder helfen Einwanderern beim Erlernen der deutschen Sprache. Das sind 37 Prozent der über 14-Jährigen. Aber: Auch wenn Helfer ihre Zeit und ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, brauchen die Initiativen und Projekte finanzielle Unterstützung und starke Partner.

Die Sparkassen nehmen diese Rolle gern an. Die Förderung des Gemeinwohls gehört zu ihrem Selbstverständnis. Allein im vergangenen Jahr haben die niedersächsischen Sparkassen insgesamt 37,5 Millionen Euro für Fördertätigkeiten ausgegeben. Das Kapital haben sie aus eigener Kraft erwirtschaftet. Dieses Grundprinzip besteht in Niedersachsen, seit die Landessparkasse zu Oldenburg 1786 als „Ersparungcasse“ gegründet wurde. Damals suchte man neue Wege zur Bekämpfung und Prävention von Armut. Die Sparkassen boten allen Menschen die Möglichkeit, Vermögen zu bilden und vorzusorgen.

Heute engagieren sich die Sparkassen als regional verankerte und regional tätige Institute in den Bereichen Soziales, Sport, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung. Sie sind offen für Projekte, wach für Ideen und ermöglichen durch ihre Unterstützung den Erfolg vieler Engagements.

Ein Teddy spendet Trost.


Er ist klein und flauschig, kann Wärme spenden und das Gefühl geben, nicht alleine zu sein – der Teddy. Der Legende nach wurde der Teddybär nach dem US-Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt benannt, der 1902 auf einer Jagd in Mississippi keine Gelegenheit bekam, einen Bären zu schießen. Die Jagdgesellschaft setzte ihm schließlich ein angebundenes Bärenbaby vor die Flinte. Teddy weigerte sich zu schießen – der „Teddybear“ war geboren.

Als Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, 2015 die Schirmherrschaft für die Deutsche Teddy-Stiftung übernahm, bestand der Kontakt zwischen der Stiftung und der Sparkasse LeerWittmund bereits viele Jahre. Sie begann am 29. Oktober 1997 im ostfriesischen Wittmund.

Die Sparkasse LeerWittmund förderte die Idee von Beginn an. Es ging damals nicht nur um die finanzielle Unterstützung, sondern um konkrete Hilfe bei der Stiftungsgründung, bei Logistik und Organisation. Mit dieser Unterstützung fand ein internationales Projekt seinen Weg in die Region Ostfriesland.

Heute helfen die goldbraunen, flauschigen Stoffbären Kindern in Notsituationen. Der Alltag der rund 200.000 Teddys, die bisher verteilt wurden, sieht im Idealfall so aus: In Folie eingeschweißt sitzen sie im Rettungswagen oder im Polizeiauto und es passiert... nichts! Der beste Teddy ist immer der, der nicht zum Einsatz kommt.

Geschieht einem Kind doch ein Unglück, trocknen die Teddys Tränen und spenden Trost. Und sie helfen den Rettungskräften, Vertrauen aufzubauen und so einen Zugang zum Kind zu bekommen. Wie wichtig die Teddys in diesen Situationen sind, zeigen die vielen Reaktionen der betroffenen Kinder und Eltern.

Deutsche Teddy Stiftung
Schirmherrschaft Deutsche Teddy Stiftung

Der 28 Zentimeter große Teddybär wird exklusiv für die Stiftung produziert. Er ist ein unverwechselbarer Freund für Kinder in Notlagen. Auch die Rettungskräfte schätzen die tröstende Wirkung des Bären.

„Seit wir die Teddybären im Rettungswagen mitführen und einsetzen, wird die Verletzung oder Einlieferung ins Krankenhaus fast zur Nebensache.“
Rettungssanitäter, Wolfsburg

„Für die Helfer am Einsatzort ist der Teddy eine Brücke, für das Kind ein Halt in einer schlimmen Situation. Damit ist er eine wichtige Unterstützung für beide Seiten. Allen ehrenamtlichen Helfern danke ich sehr für ihr großartiges Engagement und wünsche Ihnen, dass Sie den Menschen und vor allem den Kindern in Not immer bestmöglich helfen können. Ich hoffe, dass immer ein Teddy da ist, wenn er gebraucht wird.“ Thomas Mang, Schirmherr der Deutschen Teddy-Stiftung

Mit einem Sichtwechsel stärken Auszubildende ihre Persönlichkeit. Das hilft auch den Sparkassen.


Im Gegensatz zur Deutschen Teddy-Stiftung, die in Anlehnung an die amerikanische Stiftung „Good Bears of the World“ gegründet wurde, ist das Projekt „Starke Projekte für Starke Azubis“ Ausdruck eines Engagements, das eigens von Mitarbeitern der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) entwickelt und mit Partnern aus Stadt und Region Oldenburg realisiert wurde. Seit 2010 können die fast 50 Auszubildenden jedes Jahrgangs während ihrer Ausbildung in der LzO eine kurze Zeit in die Welt des Ehrenamtes eintauchen. Sie gehen in Kindergärten, Altenheime oder andere gemeinnützige Einrichtungen ihrer Wahl. Der Perspektivwechsel ermöglicht ihnen nicht nur, Berührungsängste abzubauen und ihren Blick für soziales Engagement zu schulen, sondern stärkt auch ihre Persönlichkeit.

Starke Projekte für starke Azubis
Projekt Zeitzeuge – Keno, Alexander und Haytam lassen sich aus vergangenen Zeiten erzählen.

Keno, Haytam und Alexander sind im ersten Ausbildungsjahr bei der LzO. Sie sitzen gemütlich mit fünf alten Damen im Gemeinschaftraum des AWO-Altenwohnzentrums „Haus am Flötenteich“. Es duftet nach Kaffee. Die Damen erzählen angeregt Geschichten aus ihrem Leben. Auf dem Tisch liegen Nachdrucke der Nordwestzeitung. Die drei jungen Männer suchen Zeitzeugen. Sie werden eine Woche in dem Wohnheim sein und jeden Tag andere Bewohnerinnen und Bewohner treffen. Sie haben sich intensiv auf ihre Zeit vorbereitet und Berichte über Ereignisse herausgesucht, die sie bisher nur aus dem Geschichtsbuch kennen. Wie haben Sie die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 erlebt? Gab es damals schon einen Autokorso? Wie war die Stimmung, als die Amerikaner auf dem Mond landeten? Die Damen, alle deutlich über 90 Jahre, geben gerne Auskunft, kombinieren Fakten mit kleinen Anekdoten – etwa, dass eine Kugel Eis damals 5 Pfennig kostete oder dass Handtücher nach dem Waschen mit der Hand ausgewrungen werden mussten.

Anne Brandt, Leiterin Freiwilligendienste vom Bezirksverband Weser-Ems der Arbeiterwohlfahrt, ist begeistert von dem Engagement der Auszubildenden und war von Anfang an von dem Projekt überzeugt.

„Unsere Auszubildenden bewerten die Erfahrungen aus dem Sichtwechsel positiv. Sie nehmen sie als Entwicklung ihrer Persönlichkeit wahr“, sagt Roswitha Delgado da Luz.

Zu Beginn des Projektes lernen die Auszubildenden Kindertagesstätten, Wohn- und Pflegeheime und ihre jeweiligen Schwerpunkte kennen. Nachdem sie eigene Ideen für ein mögliches Engagement entwickelt haben, finden sie sich in Gruppen zusammen, die dann Kontakt zu den Einrichtungen aufnehmen.

Die LzO profitiert in hohem Maße von dem Projekt. „In der Beratung unserer Kunden braucht die LzO nicht nur fachlich qualifizierte Mitarbeiter, sondern auch Persönlichkeiten, die individuell auf unsere Kunden zugehen und sich in die jeweilige Gefühlslage hineinversetzen können.“ Davon ist Roswitha Delgado da Luz überzeugt. Sie ist im Bereich Personal für das Projekt verantwortlich.

Roswitha Delgado da Luz
Roswitha Delgado da Luz
Sachbearbeiterin im
Personalwesen, LzO

Keno, Haytam und Alexander hatten sich das Altenheim selbst ausgesucht und sind schon nach dem ersten Tag überzeugt, mit dieser Entscheidung die richtige Wahl getroffen zu haben. 2016 werden sie gemeinsam mit den anderen 43 Auszubildenden ihres Jahrgangs ihre Ergebnisse und Erfahrungen in einer großen Abschlusspräsentation vorstellen.

Das Projekt ist so attraktiv, dass sich seit seiner Einführung bereits weitere Sparkassen darüber informiert haben, denn das regionale Engagement lässt sich sehr gut in das Ausbildungskonzept einer Sparkasse einbinden.

In Melle fördert ein starkes Netzwerk die Entwicklung der Kinder. Damit sie lernen, auch mal „nein“ zu sagen.

Gewalt ist die letzte Zuflucht


2009 knüpften engagierte Bürger in Melle, der größten Stadt im Landkreis Osnabrück, ein Netzwerk. Das Ziel: die Gesundheit junger Menschen fördern und sie vor Alkohol und Suchtgefahren schützen.

Noch vor der Gründung des Vereines baten die Initiatoren die Kreissparkasse Melle um Unterstützung und wurden mit offenen Armen empfangen. „Unser anfänglich nur finanzielles Engagement ist mit dem Verein gewachsen. Der Verein bestreitet inzwischen verschiedene neue Wege und wir sind dabei“, führt Klaus Wienke, zuständig für das Marketing der Kreissparkasse Melle, aus. Die Kreissparkasse stellt Räume für Ausstellungen zur Verfügung und öffnet ihre Tore für Informationsveranstaltungen von „Melle vernetzt“.

Birute Rosemann ist eine Frau voller Energie. Die Mutter von vier Kindern hat den Verein „Melle vernetzt“ 2009 mit ins Leben gerufen. Bei der Gründung ihres Netzwerks hatten die Initiatoren das Wohl der Meller Kinder fest im Blick. Das Ziel ihres Engagements fasst Rosemann so zusammen. „Die Kinder sollen lernen sich selbst zu mögen. Dann können sie auch andere Menschen mögen“. Sich selbst und andere mit Respekt zu behandeln, auf die eigene Gesundheit zu achten und Gewalt abzulehnen, darum geht es. Das Gelernte transferieren die Kinder später in ihren Alltag und entwickeln sich zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft.

Das ehrenamtliche zehnköpfige Team von „Melle vernetzt“ sucht nach Projekten und Programmen, die sich in der Praxis bewährt haben und ihren Zielen entsprechen. Diese integrieren sie in den Betrieb von Schulen. Ihr bekanntestes Projekt ist Klasse2000. In den Klassenstufen 1 bis 4 lernen die Kinder das Einmaleins des gesunden Lebens – aktiv, anschaulich und mit viel Spaß. Lehrkräfte und speziell geschulte Gesundheitsförderer gestalten etwa 15 Stunden pro Schuljahr rund um die wichtigsten Gesundheits- und Lebenskompetenzen.

Klasse2000 hat sich zum festen Bestandteil im Lernplan der Meller Grundschulen entwickelt. Mehr als 60 Schulklassen nehmen inzwischen an dem Programm teil. 220 Euro kostet der Kurs im Jahr, pro Klasse. Ohne das finanzielle Engagement von Förderern wie der Kreissparkasse wäre das nicht möglich.

Jedes Jahr wählt „Melle vernetzt“ 24 zusätzliche freiwillige Öffentlichkeitsarbeiter aus. Gemeint sind Schutzengel, die von Meller Kindern gezeichnet und eingeschickt werden. Die Engel werden auf Weihnachtskarten und Geschenkpapier gedruckt, aus Edelstahl zu Modeschmuck und Schlüsselanhängern verarbeitet und auf Weihnachtskugeln gemalt.

Der Meller Engel finanziert die Projekte und ist ein Symbol für das gesellschaftliche Engagement in der Region

Meller Engel 1 Meller Engel 2 Meller Engel 3 Meller Engel 4 Meller Engel 5

So viel Engagement findet Anerkennung. Die Kreissparkasse Melle sieht sich als stetiger Partner für das Projekt. „Den Verantwortlichen fällt immer wieder etwas Neues ein, wie Sie ihre Sache bekannter machen und neue Erträge generieren können", sagt Klaus Wienke, „und auch da steigen wir sicherlich mit einer individuellen Unterstützung ein.“

Wohin geht die Reise? Das Freiwillige Soziale Jahr hilft bei der Orientierung.

Sieben Antworten zum FSJ Sport

1. Was ist ein FSJ im Sport?
  • Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Sport ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für Jugendliche und junge Erwachsene. Die Teilnehmer sammeln erste berufliche Erfahrungen in der Sportbranche.
2. Welche Voraussetzungen bestehen beim FSJ im Sport?
  • Zwischen 16 und 27 Jahre alt
  • Keine Vollzeitschulpflicht
  • Dauer: mindestens sechs, im Regelfall zwölf Monate
3. Welche Einsatzstellen gibt es?
  • Einsatz in Vereinen und Sporteinrichtungen, die ein regelmäßiges Spiel-, Sport-, Freizeit- und Betreuungsangebot für Kinder sowie Jugendliche organisieren
4. Welche Tätigkeiten übernehmen FSJler im Sport?
  • Organisation und Durchführung von Sportturnieren/-events
  • Anleitung von Kindern und Jugendlichen in Sportarten
  • Betreuung von Kindern und Jugendlichen bei Turnieren/Wettkämpfen
  • Mitarbeit bei der Vereins- oder Verbandsarbeit
5. Welche Leistungen erhalten FSJler im Sport?
  • Zahlung eines Taschengeldes
  • Ggf. Zahlung einer Unterkunft und Verpflegung oder Sachleistungen
  • Ggf. Gewährung von 26 Urlaubstagen pro Jahr
  • Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge
  • Fortzahlung des Kindergeldes und der Waisenrente
  • Angebot von Bildungsseminaren über 25 Tage
  • Erwerb einer Übungsleiter/-innen-Lizenz
  • Ausgabe eines FSJ-Ausweises, der viele Ermäßigungen bietet
  • Abschluss einer Haftpflichtversicherung
6. Was sind die Vorteile eines FSJ im Sport?
  • Aufbau eines Netzwerkes in der Sportbranche
  • Kostenlose Weiterbildungen im Sport (z.B. Übungsleiter-C-Lizenz
    oder Trainer/in-C-Lizenz)
  • Sinnvolle Überbrückung der Wartezeit auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz
  • Anrechnung als Praktikum oder als Wartezeit auf einen Studienplatz
  • Sammeln erster Berufserfahrung im Bereich Sport
  • Persönliche Weiterentwicklung / Soziales Engagement
  • Erhalt eines qualifizierten Zeugnisses
7. Wer sind die Träger des FSJ im Sport?
  • Die Landessportjugenden vermitteln Einsatzstellen
    und nehmen Bewerbungen entgegen

Quelle:
Sportjugend Niedersachsen
FSJ im Sport
Ferd.-Wilhelm-Fricke-Weg 10
30169 Hannover


Das Engagement der Sparkassen wirkt nicht nur aus den Regionen heraus, sondern auch von der Landesebene in Kommunen und Kreise hinein. Der Sparkassenverband Niedersachsen unterstützt das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Die Mittel dafür stammen zu 100 Prozent aus der Lotterie Sparen+Gewinnen. Ziel des FSJ ist, jungen Erwachsenen die Möglichkeit einer Berufsorientierung zu geben und das Ehrenamt als gesellschaftliche Aufgabe kennenzulernen und ihm verbunden zu bleiben. Aktuell fördert der Sparkassenverband Niedersachsen jedes Jahr 22 Stellen im Bereich Kultur und rund 20 Stellen für Schulabsolventen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport absolvieren. Davon profitieren auch Nachwuchs-Spitzensportler wie die Sprinterin Anna-Lena Freese.

Mit 16 Jahren zog Anna-Lena nach Hannover in das Lotto-Sportinternat des Landessportbundes. Jetzt, 5 Jahre später, hat sie ihr Abitur bestanden und das Ticket zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Peking in der Tasche.

Anna-Lena Freese
Kurze Verschnaufpause zwischen Abitur und Freiwilligem Sozialen Jahr. Anna-Lena Freese auf dem Dach des Sportinternats Hannover.

Anna-Lena ist in Top-Form. Gerade ist sie aus Nürnberg zurück. Bei den deutschen Meisterschaften hat sie über 200 Meter die Silber-, und über 100 die Bronzemedaille gewonnen.

Ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolviert Anna-Lena am Olympiastützpunkt in Hannover. Dort unterstützt sie das Team, das die künftigen Olympioniken betreut, und bekommt einen wertvollen Einblick in das Sportmanagement.

Das Engagement des Sparkassenverbandes Niedersachsen beim FSJ Sport konzentriert sich auf die Förderung von Tätigkeiten auf der Ebene der Landessportverbände – auf die Arbeiten im Hintergrund des Sports. Hier kommen die Scheinwerfer der Stadien nur selten an. Da ist die prominente Anna-Lena Freese eher eine Ausnahme. Aber es geht ihr genauso wie allen anderen in ihrem Alter. Die Zeit nach dem Abitur nutzt sie zur beruflichen Orientierung. Dabei hilft ihr das FSJ.

Viele Verbände, Vereine und Initiativen könnten ohne ehrenamtliches Engagement nicht existieren. Die Förderung des Ehrenamtes ist und bleibt für die Sparkassen daher wichtiger Bestandteil ihres gesellschaftlichen Engagements.